finding ways feat. claudia black
Lorbeer und pakistanischer Weihrauch

Gestern abend habe ich einen ersten Versuch gemacht, eine Räucherpflanze pur und ganz für sich allein kennenzulernen. Meinem Gefährten zuliebe haben wir später Weihrauch dazugetan - ihm duftete der Lorbeer alleine nicht so recht

Lorbeer steht im Buch als traumfördernde Pflanze. Ich wollte wissen, ob ich diese Idee bestätigen kann. Die Blätter rochen beim Öffnen der Packung einerseits wie Lorbeer - andererseits kam mir der Geruch ziemlich stark vor, energetisch stark. (Ja, ich habe Gewürzlorbeer aus dem Supermarkt genommen. Wo will ich in dieser Jahreszeit auch frisch welchen ernten??)

Und dann - Kerzen an, Licht aus, Kohle anstecken, einglühen lassen... 2 Blätter habe ich sorgfältig mit den Fingern verbröselt (im Mörser hat man da keine Chance, sie bieten keine Angriffsfläche für den Stössel). Der Kerzenständer, den wir hinzugezogen haben, hatte zufällig vierfarbige Kerzen: Grün (hellgrün bis dunkelgrün), orange-rot (gelb bis rot), blau (hell bis dunkel) und violett (wieder hell bis dunkel). Ich dachte spontan an vier Elemente, in der Reihenfolge Erde, Feuer, Wasser und Luft. Den Ständer merke ich mir für solche Gelegenheiten
Mein Gefährte hat Musik dazu gemacht... Dead Can Dance, sphärisch und abgedriftet, das war genau richtig. Und ein Fenster war leicht offen, falls etwas entweichen wollte.

Dann kam der Lorbeer auf die Kohle. Das grüne Stückchen Blatt fällt herunter, liegt da, wird braun und dann schwarz und es steigt ein dünner Faden Rauch auf - ich habe sozusagen richtig beobachten können, wie sich das Wesen der Pflanze herausgelöst hat. Ein bisschen mehr drauf, und ich hatte den Geruch in der Nase, den ich von Holzstoss-Feuern im Wald kenne, aber wirklich so, als hätte der Lorbeer den Wald ringsherum gleich mitgebracht. Aromatisch und kräftig, aber nicht unbedingt lieblich.
Die Pflanze selbst ... ich weiss, dass ich etwas "erfahren" habe. Aber ich kann es nicht in Worte fassen, noch nicht. Jedenfalls habe ich später plötzlich bemerkt, dass ich ein bisschen "bedudelt" bin. Die Räucherung hat mein Bewusstsein den Traumwelten näher gebracht, die Tür ein wenig aufgestossen. Eine Meditation zu Lorbeer könnte beeindruckende Ergebnisse bringen, vielleicht eine gezielte Reise - aber dazu später!

Dann kam nämlich der Weihrauch dazu und zu dem muss ich zunächst etwas sagen. Ich war vor Kurzem im Wald, mit meiner Mutter gemeinsam, und habe einfach so geräuchert - einfach ein Stück Dank an die Welt gegeben. Dazu habe ich Weihrauch mitgenommen, den Bekannte einst aus Pakistan mitgebracht haben (die haben eine ganze Weile dort unten gelebt). Dieser Weihrauch hat die Ecke des Waldes, diesen Felsen, auf dem ich war, derart ausgefüllt, dass meine Mutter (die sehr sensibel auf verschiedenste Einflüsse reagiert) sogar ein Stück von der Räucherung weggehen musste. Ich glaube nicht, dass es der Rauch selbst war, sondern die Wirkung, auch wenn ihr das vielleicht nicht bewusst ist.
Ich denke, dass dieser Weihrauch vor allem eine verstärkende Wirkung hat und dabei das verstärkt, was gerade am Naheliegendsten ist. Im Wald war es wohl mein Dank, gestern... dazu unten. Ich muss aber unbedingt herausfinden, ob der hier erhältliche Weihrauch eine ähnliche Wirkung hat (bzw. welcher davon), ich habe zwar eine Menge vom Pakistanischen, aber irgendwann ist der ja auch leer.

Gestern haben wir diesen Weihrauch nun dazugelegt und ich habe ihn vorgewarnt, der sei stark. Die Mischung aus Lorbeer (den ich weiterhin mitverräuchert habe) und Weihrauch war ... unbeschreiblich. Auf einmal fühlte ich mich als doppelt vorhanden, obwohl ganz und gar in meinem Körper. Aber meine Körperempfindungen waren von mir abgetrennt - greifbar immer noch, ich konnte abfragen, wie es meinem Körper geht, ohne dass ich darüber ständig Informationen bekommen hätte. Meine seelischen Empfindungen habe ich samt und sonders bei mir behalten, davon ging nichts verloren. Schlussfolgerung: Wenn ich diese Art von Spaltung allein schon durch die Räucherung bewirke, muss die Mischung für trancebegleitete Handlungen unglaublich stark sein. Hier hat der Weihrauch wohl die Eigenschaft des Lorbeer, Pforten zu anderen Bewusstseinszuständen und Welten aufzustossen, verstärkt.

Geträumt habe ich dementsprechend wild und reich. Ich konnte mindestens fünf, vielleicht sogar sechs Träume zählen, was aussergewöhnlich wäre: Der Mensch scheint bei ca. 8stündigem Schlaf ungefähr fünf Träume pro Nacht zu haben, sechs wären also viel, vor allem dafür, dass ich eher weniger als 8h geschlafen habe. Aber das leidige Problem, die Träume am Morgen greifen, festhalten und niederschreiben zu können, bleibt. Spätestens wenn die Blase drückt und das morgendliche Begrüssungsritual des Weissen Keramikgottes wichtiger wird, gehen sie meistens verloren.

30.11.08 13:48


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Fortsetzung: Mein Werdegang??

Nun ja. Wo war ich stehengeblieben...

Richtig, irgendwo in der langen, langen Phase, in der ich durchaus neugierig und offen für Erfahrungen der "unmessbaren Art" war, aber in der ich von mir selbst so weit entfernt war, dass eine sinnvolle Arbeit, ein echtes Lernen auf diesem Gebiet nicht möglich war.
In dieser Zeit habe ich auch meine Heilpraktikerausbildung gemacht. Und war, nach meiner heutigen Einschätzung, hochdepressiv. Trotz grösster Neugier der Materie gegenüber verbrachte ich mehr Zeit vor dem Fernseher als über meinen Büchern. Was lief, war eigentlich egal... hauptsache, ich hatte eine Beschäftigung fürs Gehirn, die ich mir nicht selbst schaffen musste. Alles erschöpfte, alles strengte an. Von den wenigen Kurstagen liess ich sogar einige aus, weil sie mir zu anstrengend waren - TROTZ riesiger Neugier!
Den Abschluss in der Schule schaffte ich trotzdem, wer weiss wieso...
Danach kam eine Zeit heftigster Prüfungsvorbereitung. Plötzlich erwachte ich, plötzlich wurde ich aktiv. Da nach dem Abschluss in der Schule ein "staatlicher" Abschluss erfolgen muss, musste ich auf einmal büffeln. Die Prüfung habe ich trotzdem - verfluchte Prüfungsangst - in den Sand gesetzt; konnte es nicht glauben, habe Einsicht genommen und festgestellt, dass ich bei MINDESTENS 20 Fragen einfach Mist geschrieben habe (von 100). Und nur vier haben mir gefehlt, um zu bestehen...
Naja, ich hab mir lange genug in den A...llerwertesten gebissen deswegen; einen Anlauf habe ich ja noch

Während dieser Zeit schaffte es mein Gefährte, die Mauer, die ich um mich bzw. meine Empfindungen hochgezogen hatte, zu durchstossen. Zeitgleich brachte Nine Inch Nails eine CD heraus, auf der exakt das wiedergegeben wurde, was ich empfand; ein unheimliches Erlebnis...
Die Gothic-Subkultur (nicht etwa die Szene!) erlaubte es, auch dann unter Menschen zu gehen, wenn ich mich katastrophal fühlte - und ehrlich zu bleiben. Da sagte keiner, "lach doch mal wieder" oder "ist doch alles halb so schlimm", nein, wenn ich sagte, dass es schlimm war, dann war es eben so und ich wurde höchstens gefragt, was ich brauche. Ein wichtiger Bestandteil meiner Heilung! Da konnte ich selbst auch endlich Kontakt mit mir selbst aufnehmen (wie widersinnig das klingt).

Was dann folgte, war ein Versuch, eine Krankenpflegeausbildung zu machen. Als sinnvolle Ergänzung und wahrscheinlich grösste Fehlentscheidung meines Lebens. Ich war erschöpft von einem Jahr ferienloser Prüfungsvorbereitung, 6-8h täglich zu lernen, wenn man vorher genau gar nichts gemacht hat, ist verdammt anstrengend. Die Schule forderte ein weiteres grosses Stück Schattenarbeit von mir, die Praktika wieder ein riesiges (das bis heute nicht gelöst ist), und zu allem Überfluss war mein Erzeuger der Meinung, die Familie noch einmal durchrütteln zu müssen... kurzum: Letzten Sommer sass ich heulend vor meinem Hausarzt, der mich daraufhin krank schrieb und sagte, "du gehst nicht mehr arbeiten, sonst klappst du mir zusammen".

In den ganzen Jahren vorher stand ich oft genug an dem Punkt, mich umbringen zu wollen. Mehr als einmal hatte ich sogar konkrete Pläne, wie sich das Ganze durchführen liesse - auf Nummer Sicher natürlich, nicht so, dass mich am Ende jemand retten könnte. Ich träumte auch oft vom eigenen Tod (und nun sage mir bitte niemand, dass der Tod in Träumen ja eine andere Bedeutung hätte, ich weiss ganz genau, was diese Träume bedeuteten, die waren wortwörtlich zu nehmen) - ich empfand den Gedanken als Erlösung.
An dem Punkt der Krankschreibung kam bald das Thema auf, die Ausbildung zu unterbrechen. Was ich dann auch tat... aus dem Unterbruch wurde durch eine weitere sehr hässliche Geschichte ein Abbruch; die medizinische Welt hatte mich derart enttäuscht, dass ich sogar nie wieder dahin zurückkehren wollte. Das heilt allmählich - aber eben nur allmählich.
Das war aber ein Punkt, an dem ich leicht auf andere Art hätte sterben können. Ich überlegte mir, in eine Psychiatrie zu gehen - freiwillig - und besichtigte sogar zwei Kliniken. Zum Glück habe ich mich dagegen entschieden! Denn eines hatte ich in den Jahren vorher entwickelt: Strategen, um mir zu helfen - und alle diese Strategien, besonders die Konstruktivsten davon (Ausdruck durch Schrift und Bild), wären mir laut Klinikregeln untersagt gewesen. Heute habe ich den Eindruck, dass es ind en Kliniken nicht darum geht, einem Menschen in seiner Individualität zu Lösungen zu verhelfen, sondern zunächst das Leben zu retten, "weil Suizid ja keine Lösung ist", und dann nach Schema F ein überlebensfähiges Wesen zu kreieren - aber keine Individualität einzubeziehen. Da wäre ich wohl wirklich gestorben und aus der Klinik wäre zwar mein Körper, aber nicht mehr mein Geist gekommen.

Ich ging stattdessen für zwei Wochen auf einen Bauernhof und half bei der Mostäpfelernte. 8h täglich kniete ich am Boden und sammelte Äpfel auf, weitere 2h war ich mit dem Haushalt des Bauern beschäftigt.

Monoton. Und genau das Richtige. Mitten in der Monotonie dieser Tätigkeit und der umgebenden Natur, die mich immer mehr berührte, erwachte ich. Bei der Ankunft war ich - wie tot. Betäubt. Eingefroren. Ich reagierte auf nichts, ausser auf das Nötigste. Zwei Tage später erreichte das Sonnenlicht mein Herz. Dann folgten die Schottischen Hochlandrinder des Bauern. Seine Schweine. Dann der Fuchs, der mir nachts begegnete. Dann die Pferde (das war nochmal ein Stück Schattenarbeit). Schliesslich begann ich mich für seine Büchersammlung zu interessieren, schrieb auch wieder selbst. Ich lebte wieder. Nach einer Woche empfand ich schreiendes Glück!

Und ich lebe immer noch. Mehr als je zuvor, auch wenn längstens nicht alles gut ist. Ich habe den Tod viele Male berührt, nie umarmt, aber als Bestandteil des Seins und Gegensatz, aber auch Mitspieler des Lebens zu schätzen gelernt; ich habe die Angst vor ihm verloren und es geschafft, auch negative Ereignisse in mein Weltbild zu integrieren, anstatt, wie so viele es tun, sie auszuklammern, zu verhamlosen oder so weit als möglich von sich weg zu schieben. Ein fortwährender "Grenzritt", die Grenze zwischen Leben und Sterben habe ich in vielen Facetten kennengelernt... in meinen Augen ein gewaltiger Gewinn.

Und nun stehe ich hier, mit einer Menge alter Erfahrungen, die ich noch nicht so recht einordnen kann, zum ersten Mal mit einem wirklichen Lebenswillen und einer tiefen Neugier gegenüber einer Welt, die ich lange gesucht habe und nun möglicherweise in mir selbst finden könnte.

Ach ja. Ich würde nie so weit gehen, mich deshalb als Hagazussa zu bezeichnen. Ich stehe erst ganz am Anfang - alles, was ich hier beschrieben habe, war die Vorarbeit, um den Weg überhaupt einschlagen zu können! Falls es denn wirklich dieser Weg wird.

30.11.08 13:47


Mein Werdegang??

Nun ja. Gedanken am Rande dazu, was ich bin, wo ich stehe, wohin ich gehe und überhaupt...

Als ganz kleines Kind hat es eigentlich schon angefangen. (Bei wem nicht?)
Wenn ich krank war, entzündete ich eine Kerze. Die Flamme würde mich heilen, sagte ich. Räucherungen und Düfte hatte ich auch schon unheimlich gern. Meine Umwelt war beseelt, jeder Stein war lebendig - klar, bei welchem Kind nicht... aber das zog sich lange hin.
Leider habe ich als Kind als allererstes gelernt, dass ich manchen meiner Gefühle nicht trauen könnte. Wenn ich also sagte, dass die Flamme der Kerze mich heilen würde, hiess es, das sei Aberglaube; wenn ich Wesenheiten in Pflanzen oder Steinen wahrnahm, war es eine blühende Phantasie. Ich lernte aber auch sehr bitter, dass ich manche Gefühle gar nicht wahrnehmen will; der Anfang dessen, was ich heute als sehr wichtige, aber auch genauso schmerzhafte Reihe an Erfahrungen betrachte. Das Ende vom Lied - vorläufig - war eine totale Abspaltung von mir selbst.
Kapiert habe ich das erst, als ich versuchte, durch Schmerz wieder zu mir zu finden. Die Narben, die davon zurückgeblieben sind, verberge ich heute nicht mehr - im Gegensatz zu anfangs weiss ich, was dieser Weg mir genützt hat. Noch ist nicht alles wieder so, wie es sein sollte, aber erst vor einigen Tagen habe ich kapiert, dass ich die ganzen letzten Jahre eine intensive Selbstarbeit geleistet habe; manche nennen das "Schattenarbeit", ein treffender Begriff, wie ich finde: Zu oft muss man dabei über den eigenen Schatten springen, sich Schatten aus dem Hintergrund stellen, durch Schatten wandeln...

Noch als ich von mir selbst getrennt war, war der Gedanke da, dass es mehr geben müsse als das, was die Wissenschaft messen kann. Noch in dieser Zeit hatte ich meine ersten Erfahrungen.
So konnte ich durch regelmässige Räucherungen und ein kleines, erfundenes Ritual zu diesen Räucherungen bewirken, dass mein Zimmer von ausnahmslos allen Besuchern als das Angenehmste im ganzen Haus meiner Familie beschrieben wurde. Jeder sagte: Hier ist es mir wohl, auch wenn du eine fürchterliche Unordnung hast, aber hier ist es heimelig. Vom übrigen Haus pflegten alle zu sagen, dass man die Krisen der Familie spüren könne; es sei kein echtes Wohlfühlen möglich.
(Dazu sei erwähnt, dass meine Familie furchtbare Krisen durchlitten hat, einer der Gründe für meine lange Schattenarbeit; die Nachwirkungen dieser Krisen, dieses Anhaften aggressiver, schmerzlicher, furchtdurchtränkter und teils regelrecht feindlicher Gefühle ist tatsächlich immer noch im ganzen Haus spürbar, es scheint, als wären die Wände damit getränkt - ausser in meinem ehemaligen Zimmer. Das ist mittlerweile "neutral".)
Ich muss mir in dieser Zeit vieles eingebildet haben, ich kann es gar nicht gespürt haben. Einige Erlebnisse sind aber sicher real.

Mit einem guten Freund tauschte ich mich regelmässig über Ansichten zu magischen Dingen aus. Er schien mir damals viel bewanderter zu sein als ich - kein Wunder: Ich verfügte über keinerlei Basisliteratur, keinen Lehrer, keinen Anhaltspunkt. Alles, was ich wusste, musste ich selbst erspüren und weil meine Familie sehr "wissenschaftlich" alles leugnete, was nicht messbar ist, hegte ich reichlich Zweifel an meinem eigenen Erleben - ganz abgesehen davon, dass das zusätzlich so eingeschränkt war.
Aber dieser Freund schuf mir die Möglichkeit, einfach sagen zu können, was ich dachte und für richtig hielt und dabei nicht sofort auf Widerstand zu stossen, sondern in einen konstruktiven Austausch einzusteigen.

Dieser Freund hatte allerdings regelmässig Besuch. Ich weiss nicht, wie dieses Wesen genannt wird, er hat es mir als "Schwarzer Mann" vorgestellt und die Bezeichnung passt in meinen Augen gut. Wann immer ich ihm begegnet bin, war ich froh, wenn die Begegnung vorüber ist. Ob es böse ist... das möchte ich keinem Wesen unterstellen. Mit Sicherheit war es uns aber nicht freundlich gesinnt.
Als ich dann endlich einmal bei besagtem Freund zu Besuch eingeladen war, warnte er mich einige Tage vorher, die Gegend sei seltsam. Es habe schon viele seltsame Ereignisse gegeben, die niemand erklären könne. Auf dem Weg vom Bahnhof in der Stadt (welche, lasse ich aus Datenschutzgründen aussen vor) nach draussen in die Agglomeration und schliesslich in die angrenzenden Ortschaften sagte ich plötzlich, "hier fängt es an, oder?". Wir waren gerade von einer grösseren Strasse in eine kleinere abgebogen und vor meinem inneren Auge hatte sich ein Bild eines dunklen Schattens über der Landschaft ergeben.
Er bestätigte es mir.
Einbildung? Hier mit Sicherheit nicht: Ich war noch nie vorher in der Gegend gewesen, kannte weder die Karte genauer noch hatte ich eine Ahnung, wie weit wir fahren müssten, um zu seinem (Eltern-)Haus zu kommen.

In einer der Nächte, die ich dort verbrachte, hatte ich üble Träume. Ich weiss nicht mehr genau, worum es sich handelte, aber ich erwachte und spürte eine sehr bedrohliche Präsenz direkt neben meinem Bett. Ich wagte es nicht, die Augen zu öffnen, aber mir war - aus Kindertagen! - klar, dass Licht helfen könnte, dieses Wesen zu verscheuchen. Schliesslich öffnete ich doch die Augen.
Schräg gegenüber des Betts stand damals ein Wecker-Radio. Das weiss ich noch, weil das Display nachts genug Licht spendete, um den Raum für meine (nachts eher guten) Augen "auszuleuchten". Die meisten Dinge konnte ich dadurch schon erkennen.
Nicht so in dieser Nacht. Das Display war nicht einmal sichtbar.
Mit allem Willen, den ich trotz riesiger Angst vor dieser Präsenz zusammennehmen konnte, versuchte ich, es einzuschüchtern: Das ist mein Raum, verschwinde, geh hier raus, du bist nicht willkommen. Das und ähnliche Sätze wiederholte ich in Gedanken immer und immer wieder. Es wich zurück, weit genug, dass ich es wagte, den Arm nach dem Lichtschalter auszustrecken. (Ja, solche Angst hatte ich vor dieser Kreatur!) Das Licht ging an, das Display des Radioweckers wurde sichtbar (ich sah die Uhrzeit: Ca. 04:00 morgens, kurz später) und die Bedrohung wich.
Am nächsten Morgen erzählte mir besagter Freund, dass gegen halb fünf (auch er hatte auf die Uhr geschaut) das Wesen, von dem er mir schon öfter berichtet habe, in seinem Zimmer gewesen sei. Daraufhin erzählte ich, was bei mir stattgefunden hatte - wir beide waren ziemlich platt.

Nun denn, so erfuhr ich, dass es mit Sicherheit Wesen gibt, die nicht direkt messbar sind. Licht verschlucken können sie jedenfalls - ob nun das Display verdeckt war oder das Licht meine verarbeitende Zentrale im Gehirn nicht erreichte, weil es mich beeinflusste, ist irrelevant: Das Erlebte bleibt dasselbe - und neben der verdammt beängstigenden Wirkung auch sehr real.

Wolf erschien mir in dieser Zeit öfter in Träumen. Ohnehin hatte ich eine Beziehung zu Wölfen, die mir geradezu unheimlich war. Klar, jeder fand Wölfe toll. Und gerade im Bereich magisch Interessierter war jeder der Meinung, Wölfe begleteten ihre/n Weg. Das nervte total...
Aus Prinzip hätte ich schon ein anderes Tier gewählt, hätte ich es denn gewählt! Aber eines Nachts träumte ich etwas Beeindruckendes: In meinem Heimatdorf (typischerweise verändern sich real existierende Orte in meinen Träumen auf eine charakteristische Art und Weise, so auch hier) fing der Traum an. Ich ging aber aus dem Dorf heraus, nach Osten, einen Hang entlang bis zum Wald etwa. Da kam ein Rudel Wölfe auf mich zu. Mindestens vier waren es - ich glaube, es waren sogar genau vier. Sie kamen zu mir und auf einmal wandelte ich mich: Vom Mensch über eine Zwischenstufe (wie beim Werwolf!) zum Wolf. Als fünftes Tier schloss ich mich dem Rudel an; wir rannten gemeinsam auf das Dorf zu (und ich fühlte jeden einzelnen Muskel in meinem Wolfskörper und jeden einzelnen Stein unter meinen für mich als Mensch unbegreilfich veränderten, aber so natürlichen Pfoten!), ich fühlte mich stark und im Rudel willkommen. Wir drangen in das Dorf ein, töteten aber niemanden, obwohl ich wusste, dass wir auf der Jagd sind...

Als krasser Kontrast: Mein momentan vermutetes Krafttier (ich bin nicht ganz sicher) muss eine Maus sein, vielleicht auch eine Rennmaus. Es ist jedenfalls klein, wuselig, sehr neugierig, pelzig und irgendetwas, das schon unter meinem Dach gelebt hat - womit Ratten, Mäuse, Rennmäuse und Stachelmäuse in Frage kommen. (Das weiss ich einfach. Keine Ahnung, woher.)

So, das muss erst einmal genügen...

28.11.08 17:20


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