finding ways feat. claudia black
Mein Werdegang??

Nun ja. Gedanken am Rande dazu, was ich bin, wo ich stehe, wohin ich gehe und überhaupt...

Als ganz kleines Kind hat es eigentlich schon angefangen. (Bei wem nicht?)
Wenn ich krank war, entzündete ich eine Kerze. Die Flamme würde mich heilen, sagte ich. Räucherungen und Düfte hatte ich auch schon unheimlich gern. Meine Umwelt war beseelt, jeder Stein war lebendig - klar, bei welchem Kind nicht... aber das zog sich lange hin.
Leider habe ich als Kind als allererstes gelernt, dass ich manchen meiner Gefühle nicht trauen könnte. Wenn ich also sagte, dass die Flamme der Kerze mich heilen würde, hiess es, das sei Aberglaube; wenn ich Wesenheiten in Pflanzen oder Steinen wahrnahm, war es eine blühende Phantasie. Ich lernte aber auch sehr bitter, dass ich manche Gefühle gar nicht wahrnehmen will; der Anfang dessen, was ich heute als sehr wichtige, aber auch genauso schmerzhafte Reihe an Erfahrungen betrachte. Das Ende vom Lied - vorläufig - war eine totale Abspaltung von mir selbst.
Kapiert habe ich das erst, als ich versuchte, durch Schmerz wieder zu mir zu finden. Die Narben, die davon zurückgeblieben sind, verberge ich heute nicht mehr - im Gegensatz zu anfangs weiss ich, was dieser Weg mir genützt hat. Noch ist nicht alles wieder so, wie es sein sollte, aber erst vor einigen Tagen habe ich kapiert, dass ich die ganzen letzten Jahre eine intensive Selbstarbeit geleistet habe; manche nennen das "Schattenarbeit", ein treffender Begriff, wie ich finde: Zu oft muss man dabei über den eigenen Schatten springen, sich Schatten aus dem Hintergrund stellen, durch Schatten wandeln...

Noch als ich von mir selbst getrennt war, war der Gedanke da, dass es mehr geben müsse als das, was die Wissenschaft messen kann. Noch in dieser Zeit hatte ich meine ersten Erfahrungen.
So konnte ich durch regelmässige Räucherungen und ein kleines, erfundenes Ritual zu diesen Räucherungen bewirken, dass mein Zimmer von ausnahmslos allen Besuchern als das Angenehmste im ganzen Haus meiner Familie beschrieben wurde. Jeder sagte: Hier ist es mir wohl, auch wenn du eine fürchterliche Unordnung hast, aber hier ist es heimelig. Vom übrigen Haus pflegten alle zu sagen, dass man die Krisen der Familie spüren könne; es sei kein echtes Wohlfühlen möglich.
(Dazu sei erwähnt, dass meine Familie furchtbare Krisen durchlitten hat, einer der Gründe für meine lange Schattenarbeit; die Nachwirkungen dieser Krisen, dieses Anhaften aggressiver, schmerzlicher, furchtdurchtränkter und teils regelrecht feindlicher Gefühle ist tatsächlich immer noch im ganzen Haus spürbar, es scheint, als wären die Wände damit getränkt - ausser in meinem ehemaligen Zimmer. Das ist mittlerweile "neutral".)
Ich muss mir in dieser Zeit vieles eingebildet haben, ich kann es gar nicht gespürt haben. Einige Erlebnisse sind aber sicher real.

Mit einem guten Freund tauschte ich mich regelmässig über Ansichten zu magischen Dingen aus. Er schien mir damals viel bewanderter zu sein als ich - kein Wunder: Ich verfügte über keinerlei Basisliteratur, keinen Lehrer, keinen Anhaltspunkt. Alles, was ich wusste, musste ich selbst erspüren und weil meine Familie sehr "wissenschaftlich" alles leugnete, was nicht messbar ist, hegte ich reichlich Zweifel an meinem eigenen Erleben - ganz abgesehen davon, dass das zusätzlich so eingeschränkt war.
Aber dieser Freund schuf mir die Möglichkeit, einfach sagen zu können, was ich dachte und für richtig hielt und dabei nicht sofort auf Widerstand zu stossen, sondern in einen konstruktiven Austausch einzusteigen.

Dieser Freund hatte allerdings regelmässig Besuch. Ich weiss nicht, wie dieses Wesen genannt wird, er hat es mir als "Schwarzer Mann" vorgestellt und die Bezeichnung passt in meinen Augen gut. Wann immer ich ihm begegnet bin, war ich froh, wenn die Begegnung vorüber ist. Ob es böse ist... das möchte ich keinem Wesen unterstellen. Mit Sicherheit war es uns aber nicht freundlich gesinnt.
Als ich dann endlich einmal bei besagtem Freund zu Besuch eingeladen war, warnte er mich einige Tage vorher, die Gegend sei seltsam. Es habe schon viele seltsame Ereignisse gegeben, die niemand erklären könne. Auf dem Weg vom Bahnhof in der Stadt (welche, lasse ich aus Datenschutzgründen aussen vor) nach draussen in die Agglomeration und schliesslich in die angrenzenden Ortschaften sagte ich plötzlich, "hier fängt es an, oder?". Wir waren gerade von einer grösseren Strasse in eine kleinere abgebogen und vor meinem inneren Auge hatte sich ein Bild eines dunklen Schattens über der Landschaft ergeben.
Er bestätigte es mir.
Einbildung? Hier mit Sicherheit nicht: Ich war noch nie vorher in der Gegend gewesen, kannte weder die Karte genauer noch hatte ich eine Ahnung, wie weit wir fahren müssten, um zu seinem (Eltern-)Haus zu kommen.

In einer der Nächte, die ich dort verbrachte, hatte ich üble Träume. Ich weiss nicht mehr genau, worum es sich handelte, aber ich erwachte und spürte eine sehr bedrohliche Präsenz direkt neben meinem Bett. Ich wagte es nicht, die Augen zu öffnen, aber mir war - aus Kindertagen! - klar, dass Licht helfen könnte, dieses Wesen zu verscheuchen. Schliesslich öffnete ich doch die Augen.
Schräg gegenüber des Betts stand damals ein Wecker-Radio. Das weiss ich noch, weil das Display nachts genug Licht spendete, um den Raum für meine (nachts eher guten) Augen "auszuleuchten". Die meisten Dinge konnte ich dadurch schon erkennen.
Nicht so in dieser Nacht. Das Display war nicht einmal sichtbar.
Mit allem Willen, den ich trotz riesiger Angst vor dieser Präsenz zusammennehmen konnte, versuchte ich, es einzuschüchtern: Das ist mein Raum, verschwinde, geh hier raus, du bist nicht willkommen. Das und ähnliche Sätze wiederholte ich in Gedanken immer und immer wieder. Es wich zurück, weit genug, dass ich es wagte, den Arm nach dem Lichtschalter auszustrecken. (Ja, solche Angst hatte ich vor dieser Kreatur!) Das Licht ging an, das Display des Radioweckers wurde sichtbar (ich sah die Uhrzeit: Ca. 04:00 morgens, kurz später) und die Bedrohung wich.
Am nächsten Morgen erzählte mir besagter Freund, dass gegen halb fünf (auch er hatte auf die Uhr geschaut) das Wesen, von dem er mir schon öfter berichtet habe, in seinem Zimmer gewesen sei. Daraufhin erzählte ich, was bei mir stattgefunden hatte - wir beide waren ziemlich platt.

Nun denn, so erfuhr ich, dass es mit Sicherheit Wesen gibt, die nicht direkt messbar sind. Licht verschlucken können sie jedenfalls - ob nun das Display verdeckt war oder das Licht meine verarbeitende Zentrale im Gehirn nicht erreichte, weil es mich beeinflusste, ist irrelevant: Das Erlebte bleibt dasselbe - und neben der verdammt beängstigenden Wirkung auch sehr real.

Wolf erschien mir in dieser Zeit öfter in Träumen. Ohnehin hatte ich eine Beziehung zu Wölfen, die mir geradezu unheimlich war. Klar, jeder fand Wölfe toll. Und gerade im Bereich magisch Interessierter war jeder der Meinung, Wölfe begleteten ihre/n Weg. Das nervte total...
Aus Prinzip hätte ich schon ein anderes Tier gewählt, hätte ich es denn gewählt! Aber eines Nachts träumte ich etwas Beeindruckendes: In meinem Heimatdorf (typischerweise verändern sich real existierende Orte in meinen Träumen auf eine charakteristische Art und Weise, so auch hier) fing der Traum an. Ich ging aber aus dem Dorf heraus, nach Osten, einen Hang entlang bis zum Wald etwa. Da kam ein Rudel Wölfe auf mich zu. Mindestens vier waren es - ich glaube, es waren sogar genau vier. Sie kamen zu mir und auf einmal wandelte ich mich: Vom Mensch über eine Zwischenstufe (wie beim Werwolf!) zum Wolf. Als fünftes Tier schloss ich mich dem Rudel an; wir rannten gemeinsam auf das Dorf zu (und ich fühlte jeden einzelnen Muskel in meinem Wolfskörper und jeden einzelnen Stein unter meinen für mich als Mensch unbegreilfich veränderten, aber so natürlichen Pfoten!), ich fühlte mich stark und im Rudel willkommen. Wir drangen in das Dorf ein, töteten aber niemanden, obwohl ich wusste, dass wir auf der Jagd sind...

Als krasser Kontrast: Mein momentan vermutetes Krafttier (ich bin nicht ganz sicher) muss eine Maus sein, vielleicht auch eine Rennmaus. Es ist jedenfalls klein, wuselig, sehr neugierig, pelzig und irgendetwas, das schon unter meinem Dach gelebt hat - womit Ratten, Mäuse, Rennmäuse und Stachelmäuse in Frage kommen. (Das weiss ich einfach. Keine Ahnung, woher.)

So, das muss erst einmal genügen...

28.11.08 17:20
 


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